"Frauen erledigen weltweit 3/4 aller Arbeit,
erhalten 1/10 des Gesamteinkommens,
besitzen 1/100 des Gesamtvermögens"

In den 1980er Jahren begann sich die Frauenbewegung zunehmend zu pluralisieren und zu professionalisieren. Für Monika Dillier waren die Fragen der Frauenbewegung ab da "abgehandlet" - sie meint damit, dass Frauen sich nun vermehrt ihren Berufen widmeten. So erzählt beispielsweise auch Ingrid Rusterholz, wie sich Frauen in juristischen Berufen zunehmend auch innerhalb ihrer Arbeit für feministische Anliegen einsetzten. Ein wichtiges Thema war stets auch die Frage nach den Kosten der Hausarbeit wie Elisabeth Joris erklärt.

SoundCloud Album Record

Monika Dillier

SoundCloud Album Record

Ingrid Rusterholtz

SoundCloud Album Record

Laura Rossi

SoundCloud Album Record

Elisabeth Joris

„Wenn frau will, steht alles still“

Die Gleichstellung der Geschlechter wurde 1981 in der Bundesverfassung verankert. Trotzdem blieben zahlreiche Diskriminierungen bestehen, insbesondere im Bereich der Lohngleichheit. Aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums des Gleichberechtigungsartikels rief der Schweizerische Gewerkschaftsbund zum Protest gegen die zögerliche Umsetzung des Verfassungsartikels und anhaltende Ungleichheiten in zahlreichen Bereichen von Gesellschaft, Wirtschaft und Politik auf.

Der Frauenstreik vom 14. Juni 1991 übertraf alle Erwartungen: Mit einer halben Million beteiligter Frauen, die über gewerkschaftlich organisierte Kreise weit hinausgingen, wuchs der Frauenstreik zu einer der grössten politischen Massenkundgebungen in der Geschichte des Landes an.

SoundCloud Album Record

Zita Küng

SoundCloud Album Record

Ursula Brunner

SoundCloud Album Record

Ursula Brunner

Die Bananenfrauen

Unter dem Motto "Warum ist eine Banane billiger als ein Apfel?" sensibilisierten die Bananenfrauen ab 1973 die Öffentlichkeit für die Problematik des Welthandels und die sozialen und ökologischen Missstände im Bananenanbau.

An einem Frauennachmittag hatten mehrere Frauen den Film «Banana Libertad» über die schlechten Produktions­bedingungen gesehen. Als die Migros den Bananenpreis um 15 Rappen senkte, protestierten die Frauen: Sie demonstrierten, kauften 600 Kilo Bananen und verteilten sie mit einem Flyer auf der Strasse. Ziel war ein höherer Preis für die Bananen zugunsten der Bananenproduzenten in Entwicklungsländern durchzusetzen. Durch die Aktion kamen 1500 Unterschriften zusammen und viele Passanten überwiesen symbolisch 15 Rappen an die Migros. Doch der Grossverteiler wies die Forderung zurück, diese Summe pro Kilo für bessere Produktionsbedingungen in den Herkunftsländern einzusetzen.

Heute gehören die Bananenfrauen zu den Wegbereiterinnen des „Fairen Handels“ in der Schweiz. Mit der Gründung der Max-Havelaar-Stiftung (Schweiz) und der Einführung zertifizierter fair gehandelter Bananen in den großen Detailhandelsketten 1997 hatten die Bananenfrauen ihr Ziel erreicht. Ihr Wirken lebt in der Nachfolgeorganisation Arbeitsgemeinschaft gerechter Bananenhandel (gebana) und dem ihr angeschlossenen Verein gebana/terrafair fort.

Für Ursula Brunner wurde der faire Handel zum Lebenswerk. Sie reiste ab 1976 jedes Jahr für mehrere Wochen nach Zentralamerika und Kolumbien und knüpfte Kontakte zu Arbeiterinnen und Arbeitern auf den Plantagen, zu Gewerkschaften und Frauenorganisationen, zu Bananenproduzenten und Regierungsbeamten sowie zu europäischen Früchtehändlern und Grossverteilern in der Schweiz. In den beiden Interviewausschnitten links erzählt sie uns einen Teil der Geschichte der Bananenfrauen. Im Videoausschnitt unten berichtet das Schweizer Fernsehen im Jahr 1973 von den Bananenfrauen.