POLITIK UND INSTITUTIONEN

Innerhalb der neuen Frauenbewegung entstanden zahlreiche Gruppierungen, die sich alle für die Emanzipation von Frauen in unterschiedlichsten Bereichen einsetzten. Diese formellen und informellen Gruppen hatten meist ähnliche politische Forderungen, wie die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern, den straffreien Schwangerschaftsabbruch oder die Mutterschaftsversicherung. Unterschiede zeigten sich aber in der Organisationsstruktur und in der politischen Strategie. Neben linken Aktivistinnen engagierten sich auch viele bürgerliche Frauen in eigenen Gruppen und griffen im Laufe der Zeit Themen der neuen Frauenbewegung auf.

SoundCloud Album Record

Anita Fetz

Organisation für die Sache der Frau (OFRA)

Die Organisation für die Sache der Frau (OFRA) wurde am 13. März 1977 in Anschluss an die Zürcher Frauenwoche gegründet. Initiantinnen waren Frauen aus der Progressiven Organisationen der Schweiz (POCH). Das Engagement der OFRA war dadurch gekennzeichnet, dass es gleichzeitig auf der institutionellen und auf der nicht institutionellen politischen Ebene stattfand. So wurde sowohl auf traditionelle politische Werkzeuge wie Initiativen zurückgegriffen als auch medienwirksame Proteste organisiert. Die OFRA verfügte mit der Zeitschrift "Emanzipation" über ein eigenes Vereins- und Informationsorgan.

SoundCloud Album Record

Stella Jegher

SoundCloud Album Record

Zita Küng

SoundCloud Album Record

Anita Fetz

SoundCloud Album Record

Miriam Cahn

SoundCloud Album Record

Peter Sigerist

Frauenbefreiungsbewegung (FBB)

Die Frauenbefreiungsbewegung (FBB) entstand im Umfeld der 1968er-Bewegung und trat 1969 erstmals an einer Kundgebung in Zürich auf. Der Name lehnte sich an ähnliche Gruppierungen in anderen westeuropäischen Ländern und den USA an und widerspiegelte zudem die Forderung, der Befreiung der Frauen aus den Zwängen der Kleinfamilie. Innerhalb weniger Jahre wurden in allen Teilen der Schweiz vergleichbare Gruppen gegründet, die sich lose vernetzten.

Mit medienwirksamen Aktionen kritisierte die FBB die herrschende Sexualmoral sowie die allgemeine Stellung der Frauen innerhalb der Gesellschaft. Die FBB verstand sich als autonom und engagierte sich ausserparlamentarisch. Auch hatte die FBB im Vergleich zur OFRA deutlich weniger klare Organisationsstrukturen.

SoundCloud Album Record

Heidi Witzig

SoundCloud Album Record

Monika Dillier

SoundCloud Album Record

Peter Sigerist

SoundCloud Album Record

Ursula Streckeisen

SoundCloud Album Record

Doris Stump

SoundCloud Album Record

Ursula Streckeisen

SoundCloud Album Record

Ursula Streckeisen

Radikalfeministinnen

Die Radikalfeministinnen entstanden Ende der 1970er-Jahre aus der Frauenbefreiungsbewegung (FBB). Ihr Handeln bauten die Radikalfeministinnen stark auf theoretischen Überlegungen auf. Für sie war ganz klar, dass „der Hauptwiderspruch in modernen Gesellschaften im Konflikt zwischen Männern und Frauen“ lag und die Überwindung des Kapitalismus nicht automatisch zur Befreiung der Frauen führen würde. Damit nahmen sie Bezug auf die Begriffe des "Hauptwiderspruchs" und des "Nebenwiderspruchs" der 68er-Bewegung.

Arbeitsgruppe Politik (Frauengruppe der CVP)

Die Arbeitsgruppe Politik entstand 1974 in Luzern. Judith Stamm erhielt vom Parteipräsidenten der CVP Luzern ursprünglich den Auftrag, eine CVP-Frauengruppe zu gründen. Nach einigen Treffen wehrten sich die Frauen jedoch dagegen, der CVP beizutreten, da sie sich nicht parteipolitisch engagieren wollten. Das Ziel der Gruppe war es somit viel mehr, dass sich die «Frauen [...] in einem überparteilichen Rahmen mit der Politik vertraut machen und ein sicheres Auftreten lernen».

SoundCloud Album Record

Judith Stamm

SoundCloud Album Record

Judith Stamm

SoundCloud Album Record

Judith Stamm

SoundCloud Album Record

Stella Jegher

SoundCloud Album Record

Ingrid Rusterholtz

SoundCloud Album Record

Claudia Kaufmann

SoundCloud Album Record

Laura Rossi

SoundCloud Album Record

Lena Rérat

Institutionalisierung

Die aus der Neuen Frauenbewegung hervorgegangen politischen Forderungen, Projekte und Netzwerke wurden im Verlauf der 1980er und 1990er Jahre zunehmend institutionalisiert. Frauen begannen immer mehr Posten in Verwaltungen, Organisationen und Institutionen zu bekleiden und dort ihre Arbeit vor einem feministischen Hintergrund zu verfolgen. Dabei befanden sie sich jedoch immer mehr in einem Spannungsfeld zwischen autonomer Frauenbewegung und den Institutionsstrukturen.

FRAP!

Die FraP! hat die politische Landschaft in Zürich mitgeprägt: 1986 aus dem Wyberrat heraus entstanden, konstituierte sie sich 1989 als Partei um sich innerhalb der parlamentarischen Arbeit für die Rechte der Frauen einzusetzen. Anfang der 90er Jahre erreichten die FraP!-Frauen mit fünf Sitzen Fraktionsstärke im Gemeinderat, hatten zwei Sitze im Zürcher Kantonsrat inne und eroberten einen Nationalratssitz. 2002 wurde die Arbeit der Partei eingestellt.

Frauen macht Politik: Von der Bewegung zu Partei, Überlegungen, Argumente, Fundort: SAZ Ar 90.15.1, Frap! Parteigründung, Unterlagen 1997/1998

SoundCloud Album Record

Stella Jegher

SoundCloud Album Record

Stella Jegher

SoundCloud Album Record

Stella Jegher